Heute, am 27. Januar, erinnert sich Deutschland an das schändlichste und beschämendste Kapitel seiner Geschichte. 1996 hat der damalige Bundespräsident Herzog diesen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt, seit 2006 wird dieser Tag auch weltweit begangen.
Viele Millionen Menschen sind dem Nazi-Wahnsinn zum Opfer gefallen. Nicht nur verlorene Leben sind zu beklagen – auch körperliche und seelische Verletzungen, die bis heute nachwirken. Die Sprache von Goethe, Kant und Einstein blieb von der Barbarei ebenfalls nicht verschont, wurde beschmutzt mit Begriffen wie „Endlösung“ und „Sonderbehandlung“, die heute noch Grauen auslösen.
Hier im SprachHaus Bamberg gehört die Beschäftigung mit den dunkelsten Jahren dieses Landes mit zum Konzept, das nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch deutsche Kultur und Geschichte umfasst. In der Vergangenheit haben wir mit unseren Gästen Orte besucht, die eng mit der NS-Barbarei verbunden sind: das „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“ und das „Memorium Nürnberger Prozesse“ in Nürnberg, das „NS-Dokumentationszentrum“ in München, unweit der ehemaligen NSDAP-Zentrale, das Konzentrationslager „Buchenwald“ bei Weimar, alles Orte, die in einem Radius von 200km um Bamberg liegen. Aber auch eine Fahrt nach Berlin zu den Orten deutscher Geschichte hat im Rahmen eines mindestens zweiwöchigen Sprachaufenthaltes im SprachHaus schon stattgefunden. Der Besuch dieser Orte kann emotional belastend sein, umso wichtiger ist es, dass wir im SprachHaus unsere Gäste darauf vorbereiten, sie begleiten, und uns Fragen stellen, auf die es manchmal keine Antworten gibt.

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